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Die 2-Stunden-Methode: Waschmaschine mit Bleichmittel gründlich reinigen und danach mit Essig durchspülen.

Person reinigt die Türdichtung einer Waschmaschine mit einer Bürste in einer hellen Waschküche.

Etwas stimmt nicht.

Dieser schwache, muffige Geruch aus der „sauberen“ Waschmaschine verschwindet selten von allein. Mit einer gezielten Zwei-Stunden-Session kannst du die Maschine zurücksetzen, die eigentlich alles andere sauber machen soll.

Warum moderne Waschmaschinen so schnell so schmutzig werden

Energiesparende (hocheffiziente) Maschinen sparen Wasser und Strom – schaffen aber gleichzeitig ein kleines Wellness-Paradies für Schimmel und Bakterien. Weniger Wasser bedeutet mehr Rückstände. Waschmittel, das nie vollständig ausgespült wird, Weichspüler, der an Kunststoff haftet, Körperfette, die in Gummidichtungen festhängen – all das baut sich unbemerkt auf.

Eine regelmäßige Grundreinigung erledigt zwei Dinge auf einmal: Sie schützt deine Kleidung und verlängert die Lebensdauer der Maschine, die sonst still und leise deine Nebenkosten auffrisst.

Der vertraute „Sporttaschen“-Geruch an Kleidung, die gerade aus der Wäsche kommt, stammt oft nicht aus dem Stoff. Er kommt aus der Trommel, der Türdichtung und der versteckten Leitungsführung, die du nie siehst. Wenn man diese Ablagerungen ignoriert, kann das:

  • Schimmel und Stockflecken beherbergen, die Kleidung feucht riechen lassen
  • die Fähigkeit der Maschine verringern, Waschmittel richtig auszuspülen
  • Motor und Pumpe stärker arbeiten lassen und so die Stromkosten erhöhen
  • die Lebensdauer verkürzen, indem Filter und Schläuche verstopfen

Hersteller empfehlen oft stillschweigend ein Reinigungsprogramm alle ein bis drei Monate. In der Praxis laufen viele Maschinen jahrelang ohne. Genau hier kann ein strukturierter Zwei-Stunden-Reset mit Bleiche und Essig den Unterschied machen.

Die 2-Stunden-Grundreinigung auf einen Blick

Diese Methode teilt die Zeit in klare Phasen, damit sie in einen Wochenendvormittag oder einen Abend unter der Woche passt, an dem du sowieso zu Hause bist.

Phase Was du machst Ca. Zeit
1. Vorbereitung Maschine leeren, Handbuch prüfen, Material bereitlegen, kurz abwischen 10–15 Minuten
2. Bleiche-Waschgang Heißestes, längstes Programm nur mit Chlorbleiche laufen lassen 60–75 Minuten (hands-off)
3. Detailreinigung Dichtung, Schublade, Tür und Außenflächen schrubben, während die Trommel läuft 25–30 Minuten (überlappt mit dem Programm)
4. Essig-Spülgang Heißes Spül-/Waschprogramm mit weißem Essig 20–30 Minuten

Phase 1: Maschine sicher vorbereiten

Lies die Hinweise, bevor du loslegst

Jede Waschmaschine verhält sich etwas anders – das Handbuch ist deshalb wichtig. Manche Modelle haben eine eingebaute Option wie „Trommelreinigung“. Andere warnen vor aggressiven Chemikalien an bestimmten Teilen. Wenn das Heft längst weg ist: Viele Handbücher findet man online über die Modellnummer auf dem Typenschild.

Dann die Grundausstattung bereitlegen:

  • Chlorbleiche (parfümfreie Haushaltsbleiche, meist 5–6 % Natriumhypochlorit)
  • Weißer, destillierter Essig
  • Alte Zahnbürste oder kleine Reinigungsbürste
  • Weiche Tücher oder Mikrofasertücher
  • Kleine Schüssel oder Messbecher/Krug
  • Gummihandschuhe und gute Belüftung

Bleiche und Essig niemals im selben Waschgang, in derselben Schublade oder im selben Behälter mischen. Nacheinander verwenden – dazwischen mit viel Wasser spülen.

Achte darauf, dass die Trommel leer ist, entferne verlorene Münzen oder Haarklammern aus der Türdichtung und prüfe, ob Ablaufschlauch und Standrohr sicher wirken. Wenn deine Maschine unten eine kleine Klappe für den Pumpenfilter hat, merke dir, wo sie ist – darauf kommst du später zurück.

Phase 2: der Bleiche-Schock-Waschgang

Bleiche hat in manchen Haushalten einen schlechten Ruf, aber richtig eingesetzt erfüllt sie hier eine sehr konkrete Aufgabe: Sie tötet Schimmel und Bakterien ab, die normales Waschmittel zurücklässt.

Wie viel Bleiche – und wohin damit?

Für eine typische Haushaltsmaschine empfehlen viele Techniker etwa 1 Cup (240 ml) Chlorbleiche für eine Grundreinigung. Größere Trommeln vertragen teils bis zu 2 Cups – sicherer ist aber, die Angabe im Handbuch oder auf der Herstellerseite zu prüfen.

Gieße die Bleiche je nach Gerätehinweis in das Waschmittelfach oder direkt in die Trommel. Kein Waschmittel, keinen Essig und nichts Parfümiertes zugeben. Dann:

  • Heißestes und längstes Programm wählen (oft „Baumwolle 90 °C“, „Hygiene“ o. Ä.).
  • Für diesen Lauf alle „Eco“- oder Niedrigtemperatur-Optionen ausschalten.
  • Sicherstellen, dass Schleudern aktiv ist, damit das Bleichwasser durch das gesamte System läuft.

Sobald das Programm läuft, die Tür geschlossen lassen. Bleichdämpfe können sich in geschlossenen Räumen sammeln – also Fenster öffnen oder im Raum einen Lüfter laufen lassen. Während die Maschine ihre Innenräume reinigt, kannst du die Teile angehen, die sie nicht erreicht.

Phase 3: die Drecksarbeit, während die Trommel läuft

Türdichtung: die Schimmelfalle, die du tatsächlich erreichst

Gerade Frontlader verstecken Schmutz in der grauen Gummimanschette der Tür. In der Falte stehen oft Wasserreste, Haare, Münzen und ein schwarzer Schimmelfilm.

Handschuhe anziehen, in einer Schüssel etwas Bleiche mit Wasser mischen (etwa 1 Teil Bleiche auf 10 Teile Wasser) und ein Tuch oder die Zahnbürste eintauchen. Gummi vorsichtig zurückziehen und rundum schrubben – besonders unten, wo Wasser steht. Das Tuch häufig ausspülen, damit du Rückstände nicht nur verteilst.

Wenn der Schimmelfleck hartnäckig ist, kannst du ein mit Bleiche getränktes Stück Küchenpapier ein paar Minuten darauf drücken und dann erneut schrubben. Keine scharfen Werkzeuge verwenden: Eine beschädigte Dichtung kann lecken und lädt zu noch mehr Schimmel ein.

Waschmittelschublade und Schacht

Die Schublade für Waschmittel und Weichspüler kann ihr eigenes Ökosystem entwickeln. Viele Schubladen lassen sich komplett herausziehen, wenn man eine kleine Lasche drückt oder vorsichtig anhebt.

  • Schublade herausnehmen und in heißem Spülwasser einweichen.
  • Mit der Zahnbürste Ecken, Weichspülerfach und kleine Kanäle schrubben.
  • Den leeren Schubladenschacht in der Maschine mit einem Tuch abwischen, das in die verdünnte Bleichlösung getaucht wurde.

Die Schublade gründlich abspülen und zum Trocknen beiseitelegen; vor dem Essig-Gang setzt du sie wieder ein.

Außenflächen, Türglas und versteckte Filter

Während der Bleiche-Waschgang läuft, Bedienfeld, Drehknöpfe und Türglas mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. Elektronische Tasten nicht „fluten“. Ziel ist nicht, den ganzen Waschraum zu desinfizieren, sondern Seifenspritzer und klebrige Rückstände zu entfernen, die Staub anziehen.

Wenn du dich sicher fühlst und das Handbuch es beschreibt, kontrolliere den Pumpenfilter hinter der kleinen Klappe unten vorne (bei vielen Maschinen). Ein flaches Gefäß oder ein Handtuch darunterlegen, den Deckel langsam aufdrehen und Flusen, Münzen und Haare entfernen. Das dauert nur Minuten, kann aber eine seit Monaten träge abpumpende Maschine deutlich verbessern.

Phase 4: der Essig-Spülgang, der alles abschließt

Nach dem Bleiche-Gang sollte es frischer riechen, aber eventuell bleibt ein chemischer Ton. Hier hilft weißer Essig. Richtig eingesetzt, macht er drei Dinge:

  • neutralisiert verbleibenden Bleichegeruch
  • hilft, Kalk aus hartem Wasser zu lösen
  • löst restliche Seifenablagerungen an Trommel und Schläuchen

Bleiche desinfiziert, Essig entkalkt und entfernt Gerüche. In getrennten, gut ausgespülten Programmen bekommst du die Vorteile beider – ohne gefährliche Dämpfe.

Essig-Spülgang einstellen

Setze die Waschmittelschublade wieder ein, falls du sie ausgebaut hast. Dann:

  • 1–2 Cups (240–480 ml) weißen, destillierten Essig ins Waschmittelfach oder direkt in die Trommel geben.
  • Wieder ein heißes Programm wählen, es darf aber etwas kürzer sein als der Bleiche-Gang.
  • Weichspüler weglassen. Essig wirkt allein als Neutralisator.

Programm durchlaufen lassen (inklusive Waschen und Schleudern). Danach die Tür öffnen und mehrere Stunden einen Spalt offen lassen, damit der Innenraum vollständig trocknet. Diese kleine Gewohnheit – die Tür offen lassen – verhindert künftigen Schimmel oft besser als fast jedes Reinigungsmittel.

Wie oft sollte man eine Waschmaschine grundreinigen?

Haushalte unterscheiden sich stark. Eine fünfköpfige Familie, die ständig Sportkleidung wäscht, hat andere Bedürfnisse als eine Einzelperson mit einer Wäsche pro Woche.

  • Vielnutzung: Grundreinigung jeden Monat oder alle sechs Wochen
  • Durchschnitt (2–4 Wäschen pro Woche): alle zwei bis drei Monate
  • Gelegentliche Nutzung: alle drei bis vier Monate, mit leichter Pflege dazwischen

Zwischen den Grundreinigungen verhindern ein paar Gewohnheiten, dass die Probleme zurückkommen:

  • Richtige Waschmittelmenge verwenden; mehr reinigt in modernen Maschinen nicht besser.
  • Mindestens einmal pro Woche heiß waschen, wenn du sonst kalt wäschst.
  • Türdichtung nach besonders nassen oder schlammigen Ladungen trockenwischen.
  • Tür und Waschmittelschublade zwischen den Waschgängen leicht geöffnet lassen.

Risiken, Mythen und wann du die Methode überdenken solltest

Nicht jede Maschine und nicht jeder Haushalt passt zur gleichen Vorgehensweise. Ein paar Hinweise sind wichtig.

Wann Bleiche vielleicht nicht dein bester Freund ist

Manche Edelstahltrommeln und Gummiteile vertragen Bleiche gut, andere altern bei wiederholter Belastung schneller. Sehr alte Maschinen – oder solche mit bereits rissigen Dichtungen – brauchen eventuell eine mildere Routine nur mit speziellen Waschmaschinenreinigern oder sauerstoffbasierten Produkten statt Chlorbleiche.

In Häusern mit Klärgrube (Sickergrube/Septic) ist man bei Bleiche oft zurückhaltend. Gelegentliche, gut verdünnte Bleiche-Ladungen verteilen sich meist so, dass es keine großen Probleme macht – häufige, hohe Dosen können das System aber belasten. Lokale Empfehlungen und der Installationsbetrieb geben hier die verlässlichsten Hinweise.

Essig und Gummiteile

Ein hartnäckiges Internet-Gerücht behauptet, Essig zerstöre jede Dichtung. Die meisten modernen Maschinen verkraften gelegentliche Essig-Durchläufe problemlos, aber Gummi über lange Zeit in starkem Essig einzuweichen kann Material angreifen. Ein Durchlauf als Spül-/Waschgang statt langer Einwirkzeiten ist ein praktikabler Kompromiss.

Zu viel Reinigen kann ebenfalls schaden

Aggressive Chemieprogramme jede Woche machen Wäsche nicht sauberer – sie strapazieren nur die Maschine. Diese Zwei-Stunden-Routine ist eher ein saisonaler Reset als ein tägliches Ritual.

Nach der Grundreinigung: eine pflegeleichte Waschroutine aufbauen

Wenn du die Arbeit einmal investiert hast, lohnt es sich, sie zu schützen. Dasselbe Zwei-Stunden-Fenster kann zu einem kleinen „Wäsche-Check“ werden, der über das Jahr Geld und Ärger spart.

Nutze die Leerlaufzeit während der Programme, um hinter der Maschine auf langsame Lecks zu prüfen, spröde Schläuche zu erkennen oder eine Steckdose zu bemerken, die warm wird. Solche stillen Kontrollen fangen Probleme ab, bevor ein Boden ruiniert oder ein Stromkreis beschädigt wird.

Das ist auch ein guter Moment, um zu prüfen, was du in die Maschine gibst. Stark parfümierte Waschmittel und dicke Weichspüler hinterlassen oft die meisten Rückstände. Ein Wechsel zu einem schaumarmeren Waschmittel für energiesparende Maschinen und weniger Weichspüler reduziert Ablagerungen – und kann gleichzeitig empfindliche Haut schonen.

Betrachte die Maschine als Teil der Hausinstallation für Wasser und Strom – nicht als unsichtbare Box in der Ecke. Ein paar gezielte Checks bei jeder Grundreinigung verhindern sowohl Gerüche als auch teure Ausfälle.

Wenn ihr euch den Haushalt teilt, hilft eine einfache schriftliche Routine. Ein Zettel an der Innenseite einer Schranktür mit den Terminen für die nächste Grundreinigung, Filterkontrolle und Schlauchprüfung hält alle auf Kurs. Die Arbeit bleibt leicht, wenn niemand jahrelang damit wartet.

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